Vitamin C

Vitamin C = Ascorbinsäure = E 300

Vitamin C ist der Tausendsassa unter den Vitaminen. Es ist an so vielen Prozessen im Körper beteiligt, dass eine tägliche Supplementierung immer als sinnvoll erscheint. Frisches Obst täglich zu essen, deckt sicher den Bedarf, der nötig ist, um Skorbut zu verhindern. Eine langfristig ausreichende Vitamin C-Versorgung wirkt lebensverlängernd bzw. reduziert die Sterblichkeitsrate. Chemisch gesehen ist es ein weisses, geruchloses, kristallines Pulver, das in Wasser gut löslich ist und sauer schmeckt. Biologisch können auch Derivate der L-(+)-Ascorbinsäure eine gleichwertige Wirkung wie Vitamin C bewirken.

Im Gegensatz zu den meisten Säugetierarten ist der Mensch (zusammen mit den anderen höheren Primaten =Affen, dem Meerschweinchen und fruchtfressenden Fledermäusen) nicht in der Lage Vitamin C in der Leber selbst herzustellen. Es fehlt ihm dazu ein bestimmtes Enzym (L-Gulonolacton-Oxidase). Man nimmt an, dass vor 60 Millionen Jahren ein Vorfahre durch eine Genmutation die Fähigkeit verloren hat dieses Enzym herzustellen. So könnte man den angeborenen Vitamin C Mangel als Enzymmangelkrankheit sehen. Wir sind daher auf die Einnahme angewiesen. Ohne die Einnahme von Vitamin C wäre das „Vita“ Lat. Leben für uns nicht möglich. Der Name «Ascorbin-Säure» kommt von der lateinischen Bezeichnung der «Mangel-Erkrankung» = Skorbutus und der Vorsilbe A, die verneint (weg- oder un-).

Die Geschichte von Vitamin C

Die Geschichte von Vitamin C ist stark mit der Geschichte der Seefahrt verbunden.Bereits vor rund 2`000 Jahren war Skorbut als Krankheit bekannt. Der griechische Arzt Hippokrates oder der römische Autor Plinius haben sie beschrieben. Auf Seereisen war sie bis ins 18.Jahrhundert die häufigste Todesursache. Einige britische Schiffsärzte (James Lind oder George Budd) untersuchten «Heilmethoden» und kamen auf die Einnahme von Zitrusfrüchten oder Sauerkraut. Diese Erkenntnisse gerieten leider wieder in Vergessenheit. Durch das Aufkommen der Dampfschifffahrt wurde die Reisedauer stark verkürzt und damit die Gefahr eines Mangels verringert. Zudem kursierte Ende des 19. Jahrhunderts die Ptomain-Theorie, die fälschlicherweise eine Nahrungsmittelvergiftung als Ursache des Skorbutes ausmachte. So kam es, dass erst in den in den frühen Jahren des 20.-ten Jahrhunderts die Isolation der Substanz gelang. Die chemische Struktur wurde 1933 aufgeklärt und 1934 wurde erstmalig synthetisches Vitamin C aus Glukose hergestellt. Der Chemienobelpreis wurde 1937 für die Forschung an Walter Norman Haworth verliehen, für Medizin ging der Preis an Szent-Györgyi. Ein weiterer bekannter Name: Linus Pauling (der nebst Marie Curie bislang einziger Träger des Nobelpreises in zwei verschiedenen Kategorien) propagiert seit 1967 die Verwendung hoher Dosen an Vitamin C als Vorbeugung unter anderem gegen Erkältungen und Krebs.

Die industrielle Herstellung von Vitamin C begann 1934 durch Roche in der Schweiz! Das Präparat hiess und heisst heute noch Redoxon®.

Aufnahme von Vitamin C

Die Aufnahme von Vitamin C beginnt bereits durch die Mundschleimhaut. Weitaus grösseren Mengen werden in den oberen Dünndarmabschnitten aufgenommen. Vermutlich existieren verschiedene aktive Transportmechanismen. Erst bei sehr hohen Konzentrationen im Darm erfolgt eine Aufnahme durch einen passiven Aufnahmevorgang. Die Aufnahmemenge liegt bei normalen Mengen ca. bis 80% und fällt bei Megadosen auf ca. 15 % ab. Eine optimale Konzentration im Blutplasma wird bei 1 mg/l vermutet, Mangelerscheinungen bei 0.2 mg/l. Das Hauptausscheidungsorgan ist die Niere. Erst bei der Einnahme von sehr hohen Dosen (Megadosen) wird es zunehmend auch über den Stuhl ausgeschieden.

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